Die Galerie im Alten Rathaus ist am Donnerstag, den 23.02.2017 geschlossen.

Moderne Museumsarchitektur – Kunstwerk oder Hülle für die Kunst.

Vortrag 6. März 2016, 20 Uhr

Ute Gladigau

60 Minuten Vortrag plus Gespräch

(um Voranmeldung wird gebeten)

 

Eintritt 10 EUR, Schüler 6 EUR und Mitglieder des Kulturfördervereins 8 EUR

JOSEF WERNER – Retrospektive 1970 – 2016.

15. Januar – 12. März 2017

copyright bei Josef Werner: Lattenzaun 1991 Farbradierung Abbildung 47 x 66 cm Blatt 70 x 90 cm Signiert und datiert

copyright bei Josef Werner:
Lattenzaun
1991
Farbradierung
Abbildung 47 x 66 cm
Blatt 70 x 90 cm
Signiert und datiert

Die Galerie im Alten Rathaus wird mit einer großen Einzelausstellung des in Prien lebenden und arbeitenden Künstlers Josef Werner wiedereröffnet. Die Wiederöffnung wird mit einem Tag der Offenen Tür am Sonntag, den 15. Januar 2017 von 10-18 Uhr begangen. An diesem Tag ist der Eintritt in die Galerie frei und es werden um 11, 13, 15 und 17 Uhr kostenlos Führungen durch das Haus und die Ausstellung angeboten.

In der Ausstellung von Josef Werner erhalten wir Einblick in das facettenreiche Werk eines Künstlers, der die Strömungen in der Kunst seiner Zeit erkannt und mitbestimmt hat. Die Retrospektive mit künstlerischen Arbeiten aus den 1970er Jahren bis heute bietet daher nicht nur Gelegenheit, das malerische, grafische und bildhauerische Werk von Josef Werner sondern darüber hinaus Themen der Kunst- und Zeitgeschichte zu erleben.

Der im Erzgebirge geborene Künstler schafft bereits während seines Studiums bei Professor K. F. Dahmen an der Akademie der Bildenden Künste München Anfang der 1970er Jahre innovative und inspirierende Werke.  Die 1970er Jahre sind – nach der Welle der Abstraktion in den USA mit Action Painting, Farbfeldmalerei und Minimalismus – durch einen gänzlich neuen Ansatz im Umgang mit dem Ungegenständlichen geprägt. Zentral sind hierbei Fragen nach der Materialität von Kunst und der Entgrenzung der Kunst vom Tafelbild hin zu Installationen und/oder raumgreifenden Werken. In der ersten Werkgruppe der Ausstellung zeigen wir deshalb die frühen, konzeptuellen Arbeiten des Künstlers. Die Werke sind ein Nachdenken über bildnerische Möglichkeiten, Material, Volumen, Ordnung und Struktur – eine Reflektion über die ideelle Wirklichkeit der Kunst.

Die zweite große Werkgruppe der Ausstellung befasst sich mit Arbeiten Josef Werners, die von zwei wichtigen künstlerischen Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts beeinflusst sind: dem Kubismus und dem Surrealismus. Ausgehend von seiner Faszination für das Skulpturale entwirft Josef Werner in den 1980er Jahren Skulpturen aus rein formalen Elementen wie dem Kreis, dem Rechteck und der Linie. Diese geometrischen Gestaltungselemente finden sich zunehmend auch in seinen Bildern und Radierungen wieder. Zu dieser Werkgruppe gehören auch Werners Arbeiten, in denen er sich mit musikalischen Themen auseinandersetzt, etwa „Das große Trio“ (1993), das in verfremdeter Formensprache zwei aufspielende Jazzmusiker und eine Sängerin darstellt.

Ab den 1990er Jahren werden die Arbeiten Josef Werners realistischer – zeitgleich mit der Erstarkung der gegenständlichen Malerei in Deutschland mit Größen wie Lüpertz, Baselitz und den jungen Wilden. Diese Strömung führt den Künstler zu absurden, dennoch poetisch-erzählerischen Bildern und Grafiken. Vor allem Werners Flugobjekte – zum Beispiel das in der Ausstellung präsente  großformatige Werk „Der Traum vom Fliegen“ (2016) – lösen ungewöhnliche, häufig humorvolle Assoziationsketten aus und machen Lust, visuelle Reisen zu unternehmen und in ferne Welten einzutauchen. Die Literatur ist für Josef Werner bis heute eine reiche Inspirationsquelle. So beziehen sich die im Foyer gezeigten Variationen „The Great Expectation“ (2014) auf Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“. Auch die in der Ausstellung zu sehenden Druckgrafiken, die die Gedichte von Christian Morgenstern illustrieren, lassen den Betrachter skurrile Momente erleben – und zeigen exemplarisch die künstlerische Qualität und die handwerkliche Innovationsfreude, die Josef Werners Radierungen auszeichnen.

Die Ausstellung weist, den Künstler auch als wachen Beobachter des Zeitgeschehens aus. Dies verdeutlichen die zwei Versionen des Gemäldes „Die Blinden“ (siehe Abbildung) – eine Hommage an Pieter Brueghels d.Ä. berühmtes Werk „Der Blindensturz“. Zu sehen ist eine Gruppe von Personen, die, zu einer Menschenkette aufgereiht, sich aneinander festhalten; der Erste in der Reihe liegt schon gefallen am Boden, auch der Zweite stürzt und wird die anderen mitreißen. Werners Gemälde können als Allegorie auf politische und wissenschaftliche Phänomene der heutigen Zeit interpretiert werden; sei es nun die Wahl des nächsten Präsidenten der USA oder unser Umgang mit sozialen Medien – von vielen gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen lassen sich die moralische Auswirkungen noch nicht gänzlich abschätzen.

Mit über 150 Einzelausstellungen in Deutschland, Europa und den USA ist Josef Werner ein vielbeachteter Künstler und wir sind deshalb besonders froh, seine Arbeiten hier in der Galerie im Alten Rathaus zeigen zu können. Josef Werners Werke finden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen wie der Staatlichen Graphischen Sammlung München in der Pinakothek der Moderne.

Eine weitere wichtige Neuerung nach Wiedereröffnung der Galerie im Alten Rathaus ist ein Vermittlungsprogramm als Ergänzung zu den Ausstellungen. Neben Führungen zur Ausstellung wird es auch zwei Vorträge geben. Die Termine sind wie folgt:

 

Den Flyer zur Ausstellung finden sie hier.

 

Führungen durch die Ausstellung: Josef Werner – Retrospektive.

27. Januar 2017,17 Uhr

Eintritt 10 EUR,
Schüler 6 EUR und Mitglieder des Kulturfördervereins 8 EUR

10. Februar 2017,17 Uhr

Eintritt 10 EUR,
Schüler 6 EUR und Mitglieder des Kulturfördervereins 8 EUR

24. Februar 2017,17 Uhr

Eintritt 10 EUR, Schüler 6 EUR und Mitglieder des Kulturfördervereins 8 EUR

Galerie Prien.

Die Künstlerkolonie Frauenchiemsee war Mitte des 19. Jahrhunderts europaweit bekannt und begründete den Chiemsee, mit seinem Hauptort Prien, als Malerparadies. Die Berge und der See mit seinen Inseln war zu dieser Zeit die ideale Kulisse für Maler, die insbesondere aus den Großstätten aufs Land kamen.

In dieser Tradition steht Prien am Chiemsee auch heute noch und ist Mitglied der EuroArt, die einen Zusammenschluss europäischer Künstlerkolonien darstellt.