Heinrich & Katharina Kirchner.

01.10. – 05.11.2017

Die Galerie im Alten Rathaus präsentiert von Sonntag, 1. Oktober bis Sonntag, 5. November das Werk des großen deutschen Bildhauers Heinrich Kirchner (*1902 in Erlangen) zusammen mit dem keramischen Werk seiner Frau Katharina Kirchner (geb. Klampfleuthner). Zwei Künstler, die in ihren Ideen und Weltanschauungen eng miteinander verbunden waren.
Bemerkenswert an den Bronzewerken Heinrich Kirchners ist, dass er das künstlerische Handwerk des Bronzegusses im Wachsausschmelzverfahren autodidaktisch erworben hatte, obwohl er in München an der Akademie der bildenden Künste, an der Ecole des Beaux Arts und der Académie Julian, Paris studiert hatte.

Heinrich Kirchner.

Von 1932 bis zu seiner Berufung als ordentlicher Professor für Bildhauerei im Jahr 1952 war er Leiter der Werkstätte für Bronzeguss an der Akademie der bildenden Künste in München und unterrichtete mehrere Jahre an der internationalen Sommerakademie in Salzburg. Kirchner war Mitglied der Akademie der bildenden Künste Berlin, der Akademie der Schönen Künste München, und Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste München. 1970 beendete er seine Lehrtätigkeit und zog sich nach Pavolding im Chiemgau auf den von ihm in mehrjähriger Arbeit restaurierten Fischerhof, der ehemals zum Kloster Seeon gehörte, zurück. 1976 heiratete er die Künstlerin Katharina Klampfleuthner, seine langjährige Assistentin und ehemalige Studentin.

Katharina Kirchner.

Katharina Kirchner zeigte nur selten ihr eigenes Werk, obwohl sie das Kunst- und Bildhauerstudium in München als Meisterschülerin abschloss. Nach dem Tod ihres Mannes 1984 pflegte und präsentierte sie vornehmlich sein Werk. Ihre Arbeiten zeigen häufig biblische oder mythologisch geprägte Motive. Auch das Thema Frau beschäftigte sie in ihrem Werk. Häufig erscheinen die Frauen in runder Form. Für Katharina war das Runde der Inbegriff von Weiblichkeit. Auch die Reduzierung auf das Wesentliche charakterisiert ihre Kunst. Im Alter von 82 Jahren starb Katharina Kirchner 2007.

Galerie Prien.

Die Künstlerkolonie Frauenchiemsee war Mitte des 19. Jahrhunderts europaweit bekannt und begründete den Chiemsee, mit seinem Hauptort Prien, als Malerparadies. Die Berge und der See mit seinen Inseln war zu dieser Zeit die ideale Kulisse für Maler, die insbesondere aus den Großstätten aufs Land kamen.

In dieser Tradition steht Prien am Chiemsee auch heute noch und ist Mitglied der EuroArt, die einen Zusammenschluss europäischer Künstlerkolonien darstellt.